Iuventa – zwischen ziviler Seenotrettung und Repression

23.05. „Iuventa – zwischen ziviler Seenotrettung und Repression“
19:00 Uhr – Archiv Potsdam – Leipziger Strasse 60
Referent_in: Iuventa Crew

Die Crew der IUVENTA hat 14.000 Menschen im Mittelmeer das Leben gerettet. Dafür droht ihnen eine Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren.

Im August 2017 wurde das Rettungsschiff IUVENTA im sizilianischen Hafen von Trapani beschlagnahmt. Damit wurde eines der effektivsten Rettungsschiffe aus dem Einsatzgebiet vor der libyschen Küste abgezogen. Die Beschlagnahme war der Auftakt einer ganzen Reihe von Maßnahmen. Die zivile Seenotrettung im Mittelmeer ist faktisch nicht mehr existent – stattdessen begehen libysche Milizen als so genannte „libysche Küstenwache“ tagtäglich Menschenrechtsverbrechen. Die Konsequenz: die Todesrate ist so hoch wie noch nie zuvor. Das Leiden in den libyschen Lagern geht weiter.

Im Juni 2018, nur wenige Wochen nach dem das Bündnis aus Neofaschisten und Rechtpopulisten in Italien die Wahl gewann, wurde bekannt, dass nun auch gegen Teile der Crew der IUVENTA ermittelt wird. Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu 20 Jahren Haft und eine Geldstrafen in Millionenhöhe.

Angeklagt sind einige wenige…gemeint sind aber wir alle! In ganz Europa wird die Solidarität mit MigrantInnen als Verbrechen ausgelegt:

– Rette Menschen vor dem Ertrinken und du bist ein Schleuser.
– Öffne einen Zufluchtsort für gestrandete Menschen in einem verlassenen Bahnhof und du bist ein unbefugter Eindringling.
– Gib Hungrigen Menschen Nahrung und du bist eine Bedrohung für die Hygienestandards.
– Kritisiere öffentlich gewalttätige Verhaftungen durch die Polizei und dein Verhalten ist eine Beleidigung.
– Baue kostenlose Sanitäranlagen und du verstößt gegen das Stadtrecht.
– Protestieren gegen eine Zwangsdeportation in einem Flugzeug und Du begehst gefährlichen Eingriff in den Flugverkehr.
– Dokumentiere eine illegale Vertreibung aus einer Unterkunft und Du wirst verhaftet.
– Widersetze dich repressiven Gesetzen und du bist ein Terrorist.

Im Namen der „nationalen Sicherheit“ oder der „nationalen Kapitalinteressen“ wird das Strafrecht zunehmend als Waffe eingesetzt um neofaschistische Politik mit juristischen Mitteln durchzusetzen.
Die Migration wird „als Mutter aller Probleme“ in den politischen Fokus gerückt. Aber die dahinterliegenden Mechanismen gehen uns alle etwas an!

Die Iuventa-Crew wird von der Beschlagnahme und die konkreten und unmittelbaren Auswirkungen im Einsatzgebiet vor der libyschen Küste berichten. Sie wird darüber erzählen wie abgehörte Telefone, verwanztes Schiff, verdeckte Ermittler gegen sie eingesetzt wurden um die Beschlagnahme und die anstehenden Prozesse zu legitimieren.

Sie wird aber auch von denen erzählen, die sich nicht einschüchtern lassen haben, von denen die ungeachtet der drohenden oder tatsächlichen Repression weiterhin solidarisch sind mit Menschen auf der Flucht.

Für mehr Infos checkt
https://solidarity-at-sea.org/

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Inforeihe von Ultrash Festival & Black Cat Tapes statt
www.facebook.com/blackcattapes161
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Iuventa – zwischen ziviler Seenotrettung und Repression